Uefa-Pokal, Saison 1987/88, 2. Runde
Spartak Moskau - Werder Bremen
Hinspiel
Moskau - Bremen 4:1
Tor: Burgsmüller
Rückspiel
Bremen - Moskau 6:2 n.V.
Tore: Neubarth (2x), Ordenewitz, Sauer, Riedle, Burgsmüller
Das erste Wunder von der Weser
In der zweiten Runde des UEFA-Pokals 1987/88 traf Werder Bremen auf Spartak Moskau. Nach dem Hinspiel schien die Ausgangslage für die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel nahezu aussichtslos. Werder verlor in Moskau mit 1:4. Manfred Burgsmüller erzielte dabei den einzigen Bremer Treffer. Für das Rückspiel im Weserstadion musste Werder damit mindestens drei Tore aufholen.
Am 3. November 1987 begann Werder die Aufholjagd ohne lange Anlaufzeit. Bereits in der 2. Minute traf Frank Neubarth zum 1:0. Nur acht Minuten später erzielte er auch das 2:0. Nach 25 Minuten erhöhte Frank Ordenewitz auf 3:0. Damit hatte Werder den Rückstand aus dem Hinspiel innerhalb der ersten Hälfte zunächst ausgeglichen.
Gleichzeitig wurden die Bedingungen im Weserstadion immer schwieriger. Dichter Nebel zog über das Spielfeld und schränkte die Sicht teilweise erheblich ein. Ein Spielabbruch stand im Raum, die Partie wurde jedoch fortgesetzt. Auch dieser Nebel wurde später zu einem festen Bestandteil der Erinnerung an diesen Europapokalabend.
Nach der Pause kam Spartak Moskau zurück ins Spiel. Fjodor Tscherenkow erzielte in der 71. Minute das 3:1. Durch den Auswärtstreffer war Werder wieder unter Zugzwang und benötigte ein weiteres Tor, um die Verlängerung zu erreichen.
Das gelang Gunnar Sauer. In der 79. Minute traf er zum 4:1. Nach dem 1:4 im Hinspiel stand es damit nach beiden Begegnungen insgesamt 5:5, die Entscheidung musste in der Verlängerung fallen.
Dort setzte Werder die Aufholjagd fort. Karl-Heinz Riedle erzielte in der 100. Minute das 5:1. Zehn Minuten später erhöhte der eingewechselte Manfred Burgsmüller auf 6:1. Spartak antwortete unmittelbar darauf durch Viktor Pasulko mit dem 6:2. Trotz dieses zweiten Moskauer Treffers reichte das Ergebnis für Werder: Über beide Spiele hinweg setzte sich Bremen mit 7:6 durch.
Norbert Kuntze fasste die Bedeutung dieses Abends später mit einem kurzen Satz zusammen:
„Ein Abend, an dem Legenden geboren wurden.“
Tatsächlich wurde das 6:2 nach Verlängerung zum Ausgangspunkt einer besonderen Reihe von Europapokalspielen im Weserstadion. Die Partie gegen Spartak Moskau gilt als das erste „Wunder von der Weser“. UEFA führt sie bis heute als eines der legendären Bremer Comebacks im Europapokal.
Quelle des Zitats:
Norbert Kuntze: Werder Bremen: Eine Karriere im kühlen Norden, Verlag Die Werkstatt, 1997.
Weitere Quellen für Spiel- und Ergebnisdaten:
UEFA, historische Wettbewerbsdaten zum UEFA-Pokal 1987/88; SV Werder Bremen, Vereinsgeschichte und Rückblick auf Frank Neubarth; RSSSF, Europapokalstatistik Werder Bremen 1987/88.